Musikpreis 2005 an Vibraphonist Christopher Dell

Vibraphonist Christopher Dell
Foto: Wilfried Heckmann
Christopher Dell, 1965 in Darmstadt geborener Musiker, war erster Preisträger des Darmstädter Musikpreises. Die Jury begründete ihre Entscheidung für den Vibraphonisten, Komponisten, Improvisator und Improvisationstheoretiker:
"Mit Christopher Dell wird ein Darmstädter Musiker ausgezeichnet, der sich durch die unterschiedlichsten kulturellen Traditionen dieser Stadt inspirieren ließ, sie in seinem künstlerischen Wirken verinnerlicht hat und aus ihnen sein eigenes künstlerisches Konzept entwickelte.“

Christopher Dell ist Darmstädter, auch wenn er seit einigen Jahren erst in Köln, heute in Berlin lebt. Er ist Darmstädter, weil er sich immer durch die hiesige Szene inspirieren ließ und weil er auch heute noch seine Wurzeln in der Darmstädter Musikszene hat.
… ist Jazzmusiker, aber er ist mehr als das: Er versteht sich selbst als Improvisator, sieht die Kompetenzen des Jazz in der Improvisation und exploriert diese Kompetenzen auch anderswo als im Jazz. … ist Vibraphonist – momentan ohne Zweifel der interessanteste Musiker seines Instrumentes in Europa. Er ist ein Komponist, der sich mit in Darmstadt gesammelten Inspirationen genauso auseinandersetzte wie mit dem Denken über Möglichkeiten und Grenzen des Komponierens heute. Er ist ein Improvisator – als Solist wie in der Gruppe. … ist musikalischer Kommunikator. In seinen Gruppenprojekten hat er ein Maß an improvisatorischer Integration erreicht, das auch im Jazz selten ist. "D.R.A.", sein Trio mit Christian Ramond und Felix Astor, hat über die Jahre der Zusammenarbeit Strukturen so verinnerlicht, dass sie sich in der gemeinsamen Improvisation völlig von ihnen lösen kann und diese doch an jeder Stelle durchscheinen, auch wenn sie nirgends gespielt werden. Dell hat gerade in diesem Gruppenkonzept seine Erfahrungen aus kompositorischen wie improvisatorischen Studien realisiert. … ist Theoretiker. Als solcher hat er ein Buch über Improvisation verfasst, in dem er das Thema philosophisch genauso wie gesellschaftspolitisch diskutiert.

Christopher Dell gehört zu den bedeutendsten improvisierenden Musikern Deutschlands. Er ist Jazzmusiker aus Passion, und seine kompositorischen wie improvisatorischen Experimente spiegeln diese Wurzeln wieder. Er ist zugleich nicht nur gebürtiger Darmstädter, sondern dieser Stadt bis heute verbunden. In seiner Arbeit finden sich überall Verweise auf Traditionen, die in Darmstadt lebendig sind: die Neue Musik, die Literatur, Architektur und Architekturtheorie, und nicht zuletzt der Jazz, der hier in einer überaus lebendigen Szene hochgehalten wird. Dell selbst hat die Jazzszene dieser Stadt durch viele seiner Projekte mitgeprägt und ist auch heute noch regelmäßig mit Konzerten und Workshops in Darmstadt präsent.

Dokumentation zur Preisverleihung und Preisträgerkonzert

(die Broschüre ist auch kostenlos beim Kultur-Förderkreis erhältlich) (2,4 MiB)