Musikpreis 2008 an Jazzpianist Uli Partheil

Trio Playtime  Uli Partheil (Klavier), Hanns Höhn (Kontrabass) , Holger Nesweda (Schlagzeug) und Peter Lehmann (Sprecher)
Foto: Markus Dittrich

Uli Partheils „Playtime“ in der Centralstation 

Ein begeistertes Publikum verfolgte am Montagabend (17.November) in der Centralstation die Preisverleihung des diesjährigen Darmstädter Musikpreises an Uli Partheil, Jazzpianist und Komponist, und das sich anschließende überzeugend dargebotene Konzert.  Der Vorsitzende des Darmstädter Förderkreises Kultur und frühere Oberbürgermeister Peter Benz freute sich in seiner Begrüßungsansprache über die mittlerweile zum vierten Mal vergebene Auszeichnung. Er dankte der Sparkasse Darmstadt als Mitträger des Musikpreises für deren vorbildliches „kulturelles und soziales Wirken“ gerade im 200jährigen Jubiläumsjahr der Sparkasse.

 

In der anschließenden Laudatio auf den Musikpreisträger, ging der Direktor des Darmstädter Jazz-Instituts, Dr. Wolfram Knauer auf die ersten Bluesübungen ein, die für  Uli Partheil „eine Initiation“ gewesen seien und die bis heute eine wichtige Rolle in seiner Musik spielten. Knauer sprach die amerikanischen Einflüsse auf Uli Partheil an: Duke Ellington, Thelonious Monk, Oscar Peterson, seine Projekte, die sich mit kubanischer und lateinamerikanischer Musik auseinandersetzen sowie die mit Literatur.  Knauer kam in seiner Laudatio auf ein nicht weniger wichtiges Element in Uli Partheils musikalischer Persönlichkeit :  „Uli Partheil hat bei aller jazzmusikalischen Neugier die Bodenhaftung nie verloren. Er fühlt sich in Darmstadt wohl, weil es hier eine Szene gibt, die ihn trägt, in der und aus der heraus er seine musikalische Entwicklung vorantreiben kann. Er involviert sich aber auch selbst seit langem in dieser Szene: Er ist Gründungsmitglied des Vereins zur Förderung des zeitgenössischen Jazz in Darmstadt e.V., der seit mehr als 10 Jahren unser Konzertleben bereichert und Ende dieses Monats bereits zum dritten Mal das Hessische Jazz Podium nach Darmstadt bringen wird. Er unterrichtet Anfänger wie Fortgeschrittene, in den Basics des Klavierspiels genauso wie in den Geheimnissen der Improvisation; ja er hat vor einigen Jahren zusammen mit Jürgen Wuchner die Jazz [&] Pop School Darmstadt gegründet, um der Nachfrage nach Improvisations- und Ensembleunterricht ein entsprechendes Angebot entgegenstellen zu können.“

 

In seiner Laudatio führt Knauer fort:  „Mir kommt immer wieder das Wort geerdet in den Sinn, und das hat dann jede Menge mit dem Ausgangspunkt meiner kleinen Lobrede zu tun: dem Blues. Diese Art der Erdung nämlich, die Uli Partheil mit Bezug auf seine Heimat besitzt, ist zugleich eine Funktion des Blues im Jazz. Man kann Jazz nur dann mit einer gewissen Überzeugungskraft spielen, wenn man weiß, woher man kommt, wenn man weiß, wohin man gehört, wenn man den Bezug zur kulturellen Muttererde nicht verliert. Der diesjährige Empfänger des Darmstädter Musikpreises verkörpert musikalische Weltläufigkeit und Roots wie wenige andere.“

 

Die anschließende Preisverleihung übernahmen der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Georg Sellner und Peter Benz. Der Darmstädter Musikpreis ist mit 5000 Euro Preisgeld und der Ausrichtung eines Preisträgerkonzerts verbunden,  was mit Uli Partheils Playtime-Trio in der Besetzung mit Hanns Höhn (Kontrabass) , Holger Nesweda (Schlagzeug) Uli Partheil (Klavier) und Peter Lehmann (Sprecher)  zum Einsatz kam.  Kompositionen, viele  vom Preisträger selbst,  waren zu hören und das Publikum dankte dem Preisträger und seinem jazzerfahrenen Trio  mit lang anhaltendem Applaus für den grandiosen Auftritt. 

Dokumentation zur Preisverleihung und Preisträgerkonzert

(die Broschüre ist auch kostenlos beim Kultur-Förderkreis erhältlich) (4,0 MiB)